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| Luca Baumann

Der Südkurier berichtet am 15.08.2018 über unseren Salon Rouge „Alles neu? Eine Uferparkbegehung“.

Südkurier, Georg Wex, 15.08.2018 

Viele offene Fragen zum Uferpark

Beim Salon Rouge wird über die Umgestaltung des Lammgartens diskutiert. Die Mehrheit der Teilnehmer will vor allem den Lammgarten erhalten.

Viele Bürgerinnen und Bürger diskutieren über die Zukunft des Uferparks | Foto: Luca Baumann

Die Friedrichshafener SPD hatte die Bevölkerung am Dienstagabend im Zuge ihrer Veranstaltungsreihe Salon Rouge auf die Uferpromenade eingeladen. Architekt Ulrich Bernard erläuterte dort die beiden Siegerentwürfe aus dem Ideenwettbewerb der Stadt zur Umgestaltung des Uferparks und des Bahnhofsvorplatzes von der Planungsgemeinschaft K1 Landschaftsarchitekten, Berlin, und Gunnar Tausch, Stadtplaner und Architekt aus Berlin, sowie der Planungsgemeinschaft Professor Schmid Treiber Partner, Freie Landschaftsarchitekten, Leonberg, und Henning Baurmann, Architekt, Karlsruhe. Die Möglichkeit der Information und Diskussion nutzten rund 25 Bürger.

Bernard sieht den Entwurf von K1 und Partnern eher mit dem Ziel, einen großen, grünen Park zu schaffen, eine Art grüne Oase in der Stadt, während die Planungsgemeinschaft Professor Schmid Treiber Partner mehr in die Richtung Erlebnispark gehe. In der Diskussion gab es aber auch Stimmen, die den Park bis auf Modernisierungsmaßnahmen so lassen wollen, wie er ist.

Gebäude muss abgerissen werden

Im Zentrum der Fragen und der Diskussion standen wieder der Lammgarten und die Idee einer Gastronomie mit Stadtbalkon an der Friedrichstraße aus dem Entwurf der Planungsgemeinschaft Professor Schmid Treiber Partner. Schnell wurde deutlich, dass das eine nicht ohne das andere diskutiert werden kann. Eine klare Mehrheit der Teilnehmer war für den Erhalt des Lammgartens. Klar ist, das Gebäude des Lammgartens ist so marode, dass es abgerissen werden muss. „Das Gebäude muss abgerissen werden“, sagte Pächter und Geschäftsführer Thomas Vogt, der als Gast geladen worden war, unmissverständlich.

Diskutiert wird auch eine Versetzung des Lammgartens. Der Standort des Lammgartens ist aus Vogts Sicht in Ordnung, insbesondere auch in Kombination mit Spielplatz und Minigolfanlage. Vogt wies auch darauf hin, dass die jetzt 15 Jahre alten Kastanienbäume perfekt für den Biergarten seien. Das Thema, Bäume zu fällen, auch in anderen Bereichen des Uferparks, stieß in der Runde auf Ablehnung. Zu der Idee des Ersten Bürgermeisters Stefan Köhler, die er jüngst im Gemeinderat nannte, ein neues Restaurant an der Friedrichstraße mit gehobener Küche zu bauen, gab es ein geteiltes Echo. Er habe keine Lust, künftig 5,60 Euro für ein Bier zu bezahlen, meinte ein Teilnehmer.

Vogt wies auf eine andere Problematik hin, falls Biergarten und neues Restaurant zusammen betrieben werden sollten. Wenn Restaurant und Biergarten von einer Küche aus versorgt werden müssten, sei dies organisatorisch kaum machbar. Man stelle sich eine Gesellschaft mit 40 bis 60 Leuten vor und die Bedienungen müssten durch den Park vom Standort des heutigen Zeppelin-Denkmals mit dem Essen zu den Gästen laufen.

Pläne zu rund 110 Meter langem Gebäude

Nach der Idee der Planungsgemeinschaft Professor Schmid Treiber Partner soll ein neues, rund 110 Meter langen Gebäudes dort entstehen, wo jetzt das Zeppelin-Denkmal im Park steht. Untergebracht werden könnten hier ein Restaurant, öffentliche Toiletten und Räume für die Gartenabteilung der Stadt. Das Dach des Gebäudes wäre auf Friedrichstraßenniveau und soll ein Stadtbalkon werden.

Diskussion um die Sichtachse

Aber wie wäre dieser zu gestalten? Eine Verglasung lehnt Bernard ab. Stattdessen nur Sitzgelegenheiten mit schönem Blick oder am Ende doch der Vorschlag aus dem anderen Siegerentwurf mit einer breiten Treppe mit Sitzgelegenheiten? Hier hinein spielt auch die Sichtachsen-Diskussion. Bietet sich ein unverwechselbarer Blick vom Bahnhof aus auf den Bodensee oder stehen hier sowieso schon so viele Bäume und Fahrzeuge in der Sicht, dass vom See fast nichts zu sehen ist?

Verkehr soll reduziert werden

Offenbar gibt es hier weiteren Diskussionsbedarf. Aber noch ein weiteres Thema wurde in diesem Zusammenhang diskutiert: der starke Verkehr auf der Friedrichstraße, der ein Erlebnis Stadtbalkon einschränken könnte. Bernard wollte dieses Thema vorerst außen vor lassen, da die Wirkung der ausgebauten B 31 noch nicht feststehe. Einigkeit bei den Diskussionsteilnehmern herrschte darüber, dass der Verkehr reduziert und bessere Bedingungen für Radfahrer geschaffen werden sollten.

Zustimmung für Uferweg zum Schloss

Praktisch nur zur Kenntnis genommen wurden die Ideen von einem flachen Übergang des Parks in den See oder Treppen zwischen dem Gondel- und dem Yachthafen. Klare Zustimmung erntet der Uferweg zum Schloss.