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Südkurier am 07.09.2015 über unsere Aktion
| FrankHeiLab
Südkurier vom 07.09.2015 Brigitte Geiselhart

Auf drei Spielplätzen war die Häfler SPD am Samstag unterwegs. Sie befragten die Kids

Ganz genau schreiben sich Christine Heimpel und der SPD-Ortsvorsitzende Roland Kaczmarek die Wünsche von Mustafa und Justin auf. Vor allem neue Spielgeräte werden gewünscht. | Bild: Geiselhart

Die städtische Internet-Beteiligungsplattform „Sag’s doch“ ist sicherlich eine gute Idee. Warum aber sollen immer nur die „Großen“ zu Wort kommen? Wie wäre es damit, bei den jüngsten Mitbürgern mal nachzufragen und deren Wünsche und Anregungen für den kommenden Haushalt aufzunehmen? Das hat sich jedenfalls die Häfler SPD gesagt und sich am Samstag auf Kinderspielplätzen bei den Kids umgehört.

Erster Treffpunkt: 13 Uhr beim Mehrgenerationenspielplatz in der Kitzenwiese. Kein Mensch zu sehen. Es herrscht – wie hier leider viel zu oft – gähnende Leere. Von Kindern, Eltern oder Großeltern keine Spur. Ob es an der Uhrzeit, dem durchwachsenen Wetter oder an der nach wie vor fehlenden Akzeptanz dieses weitläufigen Geländes liegt, darüber darf schon mal unter den anwesenden SPD-Mitgliedern diskutiert werden.

Dann kommen immerhin zwei fußballfreudige Jungs, die offenbar sehr gerne Rede und Antwort stehen. Was aber ist überhaupt ein „Haushalt“? „Das ist ein Topf, in dem das von der Stadt verfügbare Geld drin ist“, erklärt Stadträtin Christine Heimpel. „Was würdet ihr euch denn wünschen?“, so ihre Frage an Mustafa und Justin, beide zwölf Jahre alt. „Jeden Tag ein Eis gratis“, so die erste, natürlich nicht ganz ernst gemeinte Antwort. Jetzt aber mal Spaß beiseite. „Ich habe früher in Ravensburg gelebt. Da gab es einen Jugendtreff, es gab Spielautomaten und man konnte sich eine Pizza bestellen. Hier in der Kitzenwiese gibt’s gar nichts“, sagt Justin und ist erstaunt, als er erfährt, dass in der Schreieneschschule ein offener Jugendtreff angeboten wird.

„Neue Spielsachen auf dem Mehrgenerationenspielplatz“ verlangt der ebenfalls zwölfjährige Edon, der sich mittlerweile zu beiden anderen Jungs gesellt hat. Er schlägt vor, auf dem Bolzplatz die Tornetze engmaschiger zu gestalten und an den zwei bisher noch offenen Fußballtoren hängende Netze anzubringen, so dass sie von beiden Seiten bespielbar seien. Dass die Busfahrpläne vor einigen Monaten geändert worden sind, ärgert ihn besonders. „Die sind jetzt so blöd und kompliziert, dass man zu spät zur Schule kommt“, sagt er. „Jetzt muss ich eben mit dem Fahrrad von der Kitzenwiese in die Graf-Soden-Schule fahren.“

Nächste Station ist der Spielplatz am Hinteren Hafen. Hier sind eher kleinere Kinder mit ihren Eltern oder Großeltern, auch einige Feriengäste anzutreffen, mit denen Stadtrat Dieter Stauber ins lockere Gespräch kommt. „Ich finde, dass auf dem Gelände der Schreieneschschule eine zweite Rutsche nötig wäre. Außerdem gibt es keine einzige Schaukel und keinen Sandkasten mit Wasserpumpe“, bemängelt der siebenjährige Leyan. „Im Winter surfe ich in meiner Freizeit meist am Handy oder mit dem Tablet, weil man bei uns draußen nicht soviel machen kann“, sagt er. „Diese neue Form der Bürgerbeteiligung ist wirklich eine sehr gute Aktion, auch ein niederschwelliges Angebot und man bekommt garantiert eine Rückmeldung“, bilanziert der SPD-Fraktionsvorsitzende Dieter Stauber mit Blick auf das Internetportal „Sag’s doch“, das aus seiner Sicht gut angenommen werde. Auch die jetzt aufgenommenen Kindermeinungen sollen online gestellt werden.