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| Luca Baumann

Am 27. April fand unsere Mitgliederversammlung „Unser Krankenhaus, der Medizin Campus Bodensee ein kommunales Unternehmen zur Sicherung der Gesundheitsvorsorge“ statt.

Eine älter werdende Gesellschaft, medizinische Fortschritte, Pflegenotstände – unser Gesundheitswesen steht im ständigen Wandel! Dies bedeutet höchste Anforderungen an die Politik und die Akteure im Gesundheitswesen! Was hat unser kommunales Unternehmen erreicht, wo steht es, was benötigt unsere kommunale Gesundheitsvorsorge zur Zukunftssicherung? Diese und weitere Fragen diskutierten wir im Auditorium des Klinikum Friedrichshafen mit dem Geschäftsführer des Klinikums Johannes Weindel und dem ehemaligen stellv. Betriebsratsvorsitzenden Jürgen Meyer. Die Schwäbischen Zeitung berichtete hiervon am 03.05.2018.

Schwäbische Zeitung, 03.05.2018, Renate Habermaas

SPD schaut sich auf Medizin-Campus um

Bei der Informationsveranstaltung des Ortsvereins der SPD am Freitagabend im Auditorium am Klinikum Friedrichshafen hat der Geschäftsführer Johannes Weindel die Geschichte des medizinischen Campus beleuchtet, die finanzielle Situation erklärt und einen Appell an die Politik gerichtet.

Der Abend wurde von Jürgen Meyer, dem ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden des Klinikums initiiert, und stand unter dem Motto “Unser Krankenhaus- der Medizin–Campus Bodensee“.
„Das Gesundheitswesen ist ein Thema, das uns alle berührt“ sagte Werner Nuber, der Vorsitzende der Orts-SPD und überließ Johannes Weindel den Platz, um die Zuhörer in die Welt des Krankenhauses einzuführen. 643 Betten, über 2000 Mitarbeiter aus 40 Nationen, jährlich 36000 stationäre Patienten, 14 Zentren und einen Standort für den Rettungshubschrauber „Christoph 45 „ habe der Campus zu bieten, so Weindel. „Das ist eine beträchtliche Zahl an Patienten, die unsere Mitarbeiter diagnostizieren, betreuen und behandeln“ sagte der Geschäftsführer. Dennoch seien manche Bestimmungen so, dass es unter anderen Krankenhäusern und dem Medizin – Campus Bodensee zu Konkurrenzsituationen käme, bei denen man um die Patienten wirbt.

Krankenhäuser im Wettbewerb

Weindel deckte auf, dass die Hintergründe im Finanzierungssystem der Krankenhäuser liegt, was auch an das Management des MedizinCampus einige Herausforderungen stelle. Bei den Investitionskosten bekommt das Krankenhaus Geld vom Land, sodass Baumaßnahmen und Geräte davon bezahlt werden können; die Betriebskosten werden hingegen durch das Geld von den Krankenkassen bezahlt und hängen von der Anzahl der Versicherten ab, die behandelt werden. „Ein Krankenhaus ist kein staatliches System, es finanziert sich durch Behandlungen“, erklärt Johannes Weindel. Daraus ergebe sich ein Wettbewerb unter den Krankenhäusern. „Der Gesetzgeber will einen Wettbewerb“, sagte Weindel und appellierte an die Politik den Krankenhausbedarfsplan zu regulieren, anstatt darauf zu warten, dass manche Krankenhäuser von selbst schließen. „In Friedrichshafen sind wir in der glücklichen Lage, die Zeppelinstiftung an
unserer Seite zu haben, die uns unter die Arme greift“, sagte Weindel und fügte hinzu: „Das Bestmögliche für die Patienten und für die Mitarbeiter, das ist manchmal konträr zu dem was wirtschaftlich ist. Wir möchten dennoch für Friedrichshafen eine nachhaltige gute Medizin anbieten“.

Auch Jürgen Meyer bestätigte: „Wir haben uns in den letzten Jahren medizinisch hervorragend weiterentwickelt“ und nannte den Medizin-
Campus ein im medizinischen Bereich kommunales Erfolgsunternehmen, auch wenn es finanziell manchmal schwierig ist. Dieter Stauber versicherte, dass im Gemeinderat Einigkeit darüber
herrsche, dass der Klinikverbund in kommunaler Hand bleibt.

Bitte an die Politik

Am Ende war Weindels Bitte an die Politik, die versprochenen Finanzierungszusagen betreffend der angemessenen Bezahlung und des ausreichenden Personals in Krankenhäusern“ nachhaltig zu halten. „Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg“, sagte der Geschäftsführer abschließend.

 

 

Dies war der Artikel in der Schwäbischen Zeitung. Leider wurde der Beitrag unseres SPD Mitglieds und ehemaligen Stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden in den wichtigsten Punkten nicht wiedergegeben. Herr Meyer sprach sehr kritisch die Personalsituation und den Fachkräftemangen mit den Auswirkungen auch auf die Patienten an. Er kritisierte auch die
Krankenhausgesetzgebung und Finanzierung durch Bund und Länder, sowie die zuständigen Politikern.
Damit sie sich selbst ein Bild über den Beitrag machen können, kann dieser hier nachgelesen werden.