Zum Inhalt springen
| SPD-Gemeinderatsfraktion

Regenerative Wärmeerzeugung in Friedrichshafen – es gibt noch Entwicklungspotential

„Allein auf den Gebäudesektor entfallen gut 30% des  End-Energieverbrauchs. Deshalb sind sich Energieversorger und Klimaschützer einig darüber, dass es ohne eine Wärmewende keine Energiewende geben kann. Für Friedrichshafen hat der letzte EEA (European Energy Award)-Bericht genau dies festgestellt. Bei 4 von 5 Handlungsfeldern hat Friedrichshafen einen hohen Erfüllungsgrad erreicht. Bei der regenerativen Wärmeerzeugung jedoch, die heute zur Debatte steht, ist der Erfüllungsgrad bei den städtischen Liegenschaften gering; dort ist ein besonders dringender Handlungsbedarf vermerkt worden. Die heute vorliegende Planung für die Nahwärmeversorgung der Nordstadt erfüllt die für den European Energie-Award in Gold erforderliche CO2-Reduktion. Im 1. Ausbaustadium würden jährlich immerhin 330 Tonnen CO2 eingespart; im Endausbau der 1. Stufe, d.h., vor Anschluss des Industriegebietes, können es dann sogar schon 540 Tonnen pro Jahr sein.

Nahwärmeversorgung ist zukunftsorientiert

Die vom Stadtbauamt bislang vertretene projektbezogene Einzellösung wäre kurzfristig zwar deutlich ökonomischer, ist aber ökologisch langfristig nicht mehr vertretbar. Die Lösung Nahwärme bietet zudem organisatorische Vorteile. Die gesetzlich vorgeschriebenen Vorgaben zur Wärmeeffizienz würden umgehend erfüllt. Die energetische Sanierung der Gebäude kann zeitlich entkoppelt werden. Dies bedeutet, dass die Sanierung der Schulgebäude usw. nicht gleichzeitig mit der Änderung der Wärmeversorgung organisiert werden muss. Die Zukunftsorientierung des Vorhabens Nahwärme wird in der Vorlage sehr deutlich hervorgehoben. Dort heißt es: „Mit der Kombination Blockheizkraftwerke und Nahwärmenetz wird für die nächsten 50 Jahre in den Städten eine Infrastruktur geschaffen, die zukünftig auch den Einsatz ganz neuer und möglicherweise vollständiger regenerativer Energien erlaubt. Die Zukunft heißt dezentrale Erzeugung und energieneutrale städtische Quartiere.“ Viele private Grundstückseigentümer in Friedrichshafen haben dies bereits erkannt. Das bestehende Nahwärmenetz in FN-Ost ist wärmetechnisch ausgebucht. Ein Vereinsheim, das sich kürzlich für Nahwärme interessiert habt, hat nicht bedient werden können, weil dort alle Wärme bereits verkauft sei.

Wertschöpfung vor Ort

Diese Version der Nahwärmeversorgung hat außerdem den großen Vorteil, dass die Wertschöpfung in der Region verbleibt. Neben den technischen und finanziellen Planungsdetails zeigtdie Vorlage auf, dass es also doch geht. Die für eine effektive Wärmewende dringend erforderliche konstruktive Zusammenarbeit von Stadt und Energieversorger ist möglich. Die SPD-Fraktion hofft, dass diese gute Zusammenarbeit sich fortsetzen lässt und will ihre Zustimmung zum heutigen Beschlussantrag mit 3 Forderungen verknüpfen. So sollten Stadt und Stadtwerk am See eine Potentialstudie zur Nahwärme für das gesamte Stadtgebiet erstellen. Daraus abgeleitet sollte ein Strategiekonzept für die Nahwärme in Friedrichshafen entwickelt werden. Ferner sollte in diesem Zusammenhang von der Verwaltung geklärt werden, ob und wie bei Bebauungsplänen die Bauherren zu einem Nahwärmeanschluss verpflichtet werden könnten.